LIEBLINGSORTE

MARTIN MURPHY

In Kooperation mit ROMA

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Lieblingsorte: Martin Murphy

Mit dem Architekten Martin Murphy aus Hamburg startet unsere neue Videoreihe „Lieblingsorte“. Für dieses neue Format treffen wir uns mit deutschen Architektinnen und Architekten und lassen uns in ihrer Stadt ihre Lieblingsorte zeigen. Dabei entstehen ganz persönliche Einblicke in die Städte und in die Menschen, die sie mitgestalten.

Das neue Format ist in Kooperation mit ROMA entstanden ist, und stellt ab sofort jeden Monat eine weitere Architektin oder einen weiteren Architekt und ihre bzw. seine ganz persönliche Sicht auf die eigene Stadt vor.

Martin Murphy ist auf der anderen Seite des Mersey aufgewachsen, in Wallasey bei Liverpool. Seit über dreißig Jahren arbeitet er in Hamburg und hat die Stadt in dieser Zeit mitgebaut. Für Lieblingsorte hat er uns nicht zu einem seiner Projekte geführt, sondern an eine Kaimauer in der HafenCity, kurz vor der Elbphilharmonie.

Warum dieser Ort, wird früh im Video deutlich. Hier saß er in seinen ersten Hamburger Jahren in der Mittagspause, mit dem Fahrrad heruntergekommen, als es hier noch kein Gelände und keine Elbphilharmonie gab. Und hier stellte er sich die Frage, die über sein Leben entschieden hat: Ist Hamburg für mich?

Was er von dieser Mauer aus sah, war nicht die Elbe. „Ich habe im Prinzip ein Spiegelbild von meiner Kindheit gesehen”, sagt er. Er stellte sich vor, er sitze am Mersey in Liverpool. Hafenstädte dieser Welt seien pulsierend, voller Industrie, manchmal nicht schön und trotzdem von einem eigenen romantischen Charme. Heimweh hatte er nicht. Er fühlte sich zu Hause. Viele Engländer, Iren und Waliser, die in den Neunzigern nach Hamburg kamen, gingen zurück. Er blieb.

Wie weit diese eine Entscheidung reicht, entfaltet sich im Lauf des Gesprächs mit AnA-Mitgründer Fermín Tribaldos. Es geht um die HafenCity und darum, warum Mut in der Stadtentwicklung so selten ist. Um das Wort Stolz, das sich im Deutschen schwerer sagt als im Englischen, und das er trotzdem mit voller Absicht verwendet. Um die Elbphilharmonie und einen Wettbewerb, den es nie gegeben hat. Und um eine Kathedrale in Chartres, die man aus achtzig Kilometern Entfernung über den Kornfeldern sieht und die der Grund dafür ist, dass er heute Architekt ist.

„Wenn man wirklich Freundschaft schließt in Hamburg, dann lassen die dich nie gehen. Dann bist du da drin.”

Bei allem Lob für die HafenCity verschiebt Martin Murphy den Maßstab konsequent weg vom Gebauten. Gelernt habe man aus der ersten Bauphase, die zweite sei besser. Entscheidend sei aber etwas anderes: „Klinker und Mörtel, die machen keine Stadt. Die Menschen machen die Stadt.” Auch über die Hamburger selbst sagt dieser Ort etwas. „Wenn man wirklich Freundschaft schließt in Hamburg, dann lassen die dich nie gehen. Dann bist du da drin.”

Die Reihe wurde von AnA und ROMA initiiert. Als Hersteller von Rollläden, Raffstoren und Textilscreens begleitet ROMA Architektinnen und Architekten bei der Gestaltung von Gebäudehüllen und der Umsetzung eines wirksamen außenliegenden Hitzeschutzes. Weitere Informationen unter ROMA. Mehr Info unter www.roma.de.

Martin Murphy, geboren 1966 in Wallasey, studierte in London und Canterbury und absolvierte ein Postgraduiertenstudium an der Politécnica de Madrid. Nach einer Station bei Ingenhoven Architekten in Düsseldorf kam er 1995 zu Alsop & Störmer Architects nach Hamburg. Seit 2004 ist er Partner, seit 2009 im Büro Störmer Murphy and Partners, das von der Fleetinsel aus Kultur-, Verwaltungs- und Hotelbauten realisiert.

“Man muss mit dem, was man da hat, arbeiten. Alles andere ist nicht zukunkftsfähig.”

Wie absurd das Modell der Abschreibung ist, wird deutlich, wenn Barbara Buser von der Umnutzung eines alten Fabrikareals im Basler Gundeldingerquartier erzählt, das sie für einen Franken erwerben konnte und dessen Wert dann von der Bank auf 4 Millionen Franken geschätzt wurde. Es sind diese lebendigen und positiven Beispiele, die dem Gespräch eine hoffnungsvolle Stimmung verleihen und dem Zuschauer wichtige Denkanstöße geben, das eigene Handeln konstruktiv zu hinterfragen.

Alle Interviews der Reihe:

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